Der M&A Markt in der EMS Industrie
01. November 2020

Schaut man sich nicht gerade singulär nur die Marktzahlen der EMS Industrie für 2020 an, so sieht man, dass die Europäische EMS Branche in den sieben Jahren davor in Summe über 31% gewachsen ist bzw. durchschnittlich 5,2% pro Jahr. Die Elektroindustrie in Deutschland ist im Vergleich nur um 17,3% gewachsen (Quelle ZVEI), bzw. durchschnittlich 2,9% pro Jahr. EMS Unternehmen konnten also überproportional dadurch profitieren, dass OEMs zunehmend die Produktion ihrer Produkte an die EMS Dienstleistungsunternehmen abgegeben haben.

Das ist jedoch nur das organische Wachstum der Branche. Schaut man sich einzelne Firmen an, sieht man, dass insbesondere die großen EMS durch Zukäufe deutlich stärker gewachsen sind.

In der derzeitigen Coronakrise wittern relativ viele Firmen die Möglichkeit anorganisch durch Zukäufe zu wachsen. Selbst einzelne Firmen aus Fernost tummeln sich auf der Suche nach einem Schnäppchen. Problemfirmen, deren eigenständiges Überleben nicht mehr unbedingt gewährleistet ist, gibt es dafür genug. Teilweise sind es auch Firmen die bereits in Insolvenz sind und wo der Insolvenzverwalter nun einen Käufer sucht. Dabei glänzen viele dieser Insolvenzverwalter mit völliger Ahnungslosigkeit und glauben zum Erfolg zu kommen, wenn sie nur dreist genug auftreten.

Aber die Gespräche stocken bei vielen Firmen, denn die Verkäufer nehmen als Basis der Kaufpreisfindung ihre Ergebnisse bis 2019, während Kaufinteressenten ihr Angebot an den aktuellen Ergebnissen 2020 fest machen. Die Verkäufer missachten dabei, dass eine sprunghafte Rückkehr zu früheren Zeiten nicht in Sicht ist und die EMS-Branche seit 2019 einen Paradigmenwechsel durchläuft, bzw. erwachsen wird.

Die vielen Gespräche im M&A Markt werden daher nur zu Abschlüssen führen, wenn bei den Verkäufern ein höherer Realitätssinn erwacht. Es gilt in dem Fall die Devise: „Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.“

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